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Breil/Brigels ist eine typische Berggemeinde





Zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften heute noch pflichtbewusst Felder und Alpen und bilden dadurch eine wichtige Grundlage für den seit gut 100 Jahre festverankerten und für Breil/Brigels nicht mehr verzichtbaren Fremdenverkehr. Zusammen mit den Bemühungen der Gemeinde Breil / Brigels und deren Einwohner, um den Ausbau der touristischen Infrastruktur « Bergbahnen, Tennisplätze, Minigolfanlage, Spazier und Wanderwege, Badesee und neuerdings sogar eine wunderschöne 9-Loch-Golf-Idylle » haben sich die Einheimischen schrittweise auch um die Erweiterung und Ausbau der Logiekapazität bekümmert. Dabei wurde grossen Wert darauf gelegt, nicht nur auf den Zweit-wohnungsbau zu konzentrieren, sondern auch die Hotelerie zu fördern, um Arbeitsplätze zu schaffen und eine höhere Wertschöpfung zu erhalten. So wurde in den letzten 30 Jahren in verschiedenen Betrieben und Epochen die Hotelbetten-Kapazität von damals 60 auf heute über 300 vergrössert. Mehr als 60% der Brigelser Bevölkerung ist im Gewerbe- und Dienstleistungssektor tätig, was auch die Bedeutung des Tourismus für unsere Gemeinde deutlich bestätigt.

Geschichte

Der Ortsname Breil/Brigels ist keltischen Ursprungs „brigilo – kleine Burg“. Dieser Name weist auf die kleine Burg am Hügel S. Sievi oberhalb des Dorfes hin, welche den Ursprung beweist. Als Grosshof der rätischen Victoriden im Dorfteil Cuort wird der Ort mit Sagogn/Sagens und Ilanz im berühmten Stiftungstestament des Bischofs Tello 765 dem Kloster Disentis vermacht und tritt damit in die Klostergeschichte ein. Schwer zu datieren, doch wahrscheinlich bald nach der Schenkung des Zentralhofs Brigels mit den dazugehörigen Gütern in Danis, Dardin, Schlans und Trun errichtete das Kloster für seine Eigenleute eine Kirche mit dem Disentiser Martinspatrozinium. Die Dorfkirche St. Maria und die Kapelle S. Sievi (Eusebius) kamen 1185 durch päpstliche Bestätigung ans Kloster. In der Feudalherrschaft des 13. Jahrhunderts verpflichtete sich die Abtei zum Schutz des Landes, zur Durchführung des Hochgerichts und zur Verwaltung. Dafür oblag den Brigelsern die Zehntenpflicht an Korn und Obst, und am Verenatag mussten sie, zusammen mit den Leuten von Sumvitg, in Frondienst für das Kloster fischen.Neue Ansiedler, sogenannte äussere „Freie von Laax“, durchsetzten die Klosterherrschaft in Brigels. Der österreichisch gesinnte Klostervogt Hugo III. von Werdenberg entriss den Brigelser Hof gewaltsam, musste ihn jedoch 1327 zurückerstatten. Nach dem Klosterbrand von 1387 verkaufte Abt Johannes von Ilanz seine Alpen in Brigels, um Bauschulden abtragen zu können. 1491 wurde die Pfarrei formell inkorporiert. 1536 liessen sich etwa 200 Personen der Freien in Breil/Brigels als Gotteshausleute von Disentis aufnehmen.Als Abwehrmassnahmen gegen das reformiert gewordene Waltensburg errichtete Abt Christian von Castelberg 1581 in Danis ein kleines Gotteshaus. Danis wurde 1650 selbständige Pfarrei, Dardin 1664. Politisch verblieben sie im Brigelser Gemeindeverband. Im 18. Jahrhundert gerieten Kloster und Cadi in den Machtstreit zwischen Österreich und Frankreich. Als sich die französisch gesinnten de Latour in Brigels bei Ämterbewerbungen übergangen sahen, griffen sie im Kampf zur Zehntenverweigerung. In den jahrelangen Streit wurde die ganze Hierarchie der Instanzen involviert, kirchlicherseits Visitatoren, Bischof und Nuntius, weltlicherseits Magistrat und Gericht der Cadi, der Graue Bund und sogar Kaiser Karl VI. Zeitweilig wurden die Brigelser sogar aus der Cadi ausgeschlossen. 1734 konnte sich Waltensburg loskaufen; für die übrigen Nachbarschaften kam es am 23. März 1737 zum entscheidenden Kompromissurteil; sie konnten sich von der Zehntenpflicht auskaufen, mussten aber ihre Rückstände dem Kloster bezahlen. Brigels brachte seine Verpflichtungen aus den neun gesperrten Jahren 1738 ins reine.Den Übergang von den feudalen Äbten zu einem neuen monastischen Lebensstil leitete ein Brigelser ein, Abt Laurentius Cathomen. Nach der Zerstörung des Klosters im Franzosenbrand von 1799 fand er Unterkunft zunächst in Ringgenberg, sodann in seiner Heimat Brigels, wo er 1801 verstarb. In Graubünden aber begann das Ringen um eine neue Staatsform.Die Geschichte der losgekauften Gemeinde Brigels prägte vor allem die Familie De Latour. Ihren Namen erhielten sie vom Meierturm Marmarola am Ostrande des Dorfes, als dessen Bewohner sie erstmals 1473 nachgewiesen wurden.Peter Anton De Latour wird als Volkstribun charakterisiert. Seine politische Tätigkeit nahm ihren Anfang in der Republik Gemeiner Drei Bünde und endete nach der Geburt des neuen Bundesstaates 1848 und der Bündnerischen Kantonsverfassung von 1854. Er stand im Zeichen des Übergangs. Sein Neffe Alois De Latour war der Promotor der Oberländerstrasse. Natürlich setzt er sich auch für eine Zufahrt nach Brigels, und die Verbindung Brigels – Waltensburg ein. Arnold Escher von der Lindt, Sohn des Schöpfers der Lindkorrektion, Professor der Geologie an der Universität Zürich und ETH, besorgte die Projektierung.Ein Gedenkstein auf dem Grap de Crusch erinnert an die Erbauer der 1870 vollendeten Strasse nach Waltensburg, an Escher von der Lindt und de Latour und Simon Bavier, den ersten Bündner Bundesrat.Wiederholt brachte die Pest Unglücksjahre über die Dorfbevölkerung, so auch eine Hungersnot im Jahre 1817.Seit der neuen Kantonsverfassung gehört Brigels zum Kreis Cadi und zum Bezirk Vorderrhein, seit 1.01.2001 zum Bezirk Surselva, welcher aus den Kreisen Cadi, Rueun, La Foppa und Lumnezia zusammengesetz ist.

 
© 13.03.2010 

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